Wirtschaftsforum Participation 4.0 - Einblicke in die Praxis

Mit einer außergewöhnlichen Veranstaltung am 15. Mai 2019 warb das Projekt Participation 4.0 für mehr Mobilität für Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt.

 

Im Rahmen des Projekts ‚Participation 4.0‘ fand am vergangenen Mittwoch ein Wirtschaftsforum für Unternehmen im Offenburger Inklusionsunternehmen iD statt. Thema: Arbeit und Inklusion allgemein und im grenzüberschreitenden Kontext. Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer war zu Gast, um das Projekt näher kennenzulernen.

Das Projekt Participation 4.0 der ASW+W gemeinnützige GmbH hatte zu dieser außergewöhnlichen Veranstaltung eingeladen und Vertreter aus Unternehmen, öffentlicher Verwaltung und Politik waren gekommen. Der Inklusionsbetrieb iD gemeinnützige GmbH in Offenburg bot für das Wirtschaftsforum die passende Kulisse. Bei einem Inclusion Walk durch die einzelnen Abteilungen zeigte das Unternehmen, wie sich Arbeit für ALLE in der Praxis umsetzen lässt. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter haben hier eine Behinderung.

Grenzen überwinden in Europa

Das Projekt Participation 4.0 ist ein Interreg-Projekt und wird von der EU kofinanziert. Ziel sind Barrieren abzubauen und vor allem Menschen mit Behinderung zu ermöglichen, für einen Arbeitsplatz die Grenzen zu überwinden. Gemeinsam mit ihren französischen Partnern warben die Projektverantwortlichen bei den Unternehmen, auch Grenzgänger mit Behinderung bei Bewerbungen zu berücksichtigen. Die Jobcoachs des Projekts stellten vor, welche Unterstützungsleistungen sie bieten – auch für Unternehmen. „Wir vermitteln Arbeitskräfte mit Behinderung über die Grenzen hinweg, beraten die Betriebe“, so Farahe Midani, Projektleiterin Participation 4.0. „Und speziell für Anleiter und Ausbilder bieten wir mit Train diversity Trainer Fortbildungen an, damit auch heterogene Gruppen im Betrieb wirtschaftlich arbeiten können.“ Aktuell betreuen die Jobcoachs des Projekts 14 Menschen mit Behinderung, neun von ihnen sind im ersten Schritt in ein Praktikum vermittelt. Acht zukünftige Teilnehmer stehen auf der Warteliste.

Besonderer Gast an diesem Abend war Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, die für eine engere Zusammenarbeit in Europa warb und besonders den grenzüberschreitenden Aspekt des Projekts lobte: „Die Integration von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt ist meist nicht einfach und wird zusätzlich dadurch erschwert, dass diese Menschen oft nicht sehr mobil sind. Die Arbeitslosenquote ist 2,5-mal so hoch wie bei Arbeitssuchenden ohne Handicap. Dies gilt für Baden-Württemberg genauso wie für unsere französischen Nachbarn. Es bietet sich daher geradezu an, sich gemeinsam stark zu machen und die Chancen des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes auch für bedarfsgerechte Angebote für Menschen mit Behinderungen zu nutzen. Deshalb freut es mich sehr, dass sich das Projekt „Participation 4.0“ der ASW+W (Albert-Schweitzer-Werkstätten und Wohneinrichtung gemeinnützige GmbH) genau diese Herausforderungen aufgreift.“

Qualifizierungsbausteine für beide Seiten des Rheins

Um auch Menschen mit Behinderung über die Grenzen hinaus in Arbeit vermitteln zu können, die keinen anerkannten Ausbildungsberuf mehr ausüben können, arbeitet das Projekt mit seinen Netzwerkpartnern auch hier an Lösungen. „Wir sind froh, dass wir hier Vertreter der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein zu unseren Netzwerkpartnern zählen können, ebenso wie das französische Pendant CCI in Straßburg“, so Projektleiterin Midani.

Insbesondere in den Bereichen Elektro, Logistik oder Malerhandwerk würden insbesondere in Deutschland qualifizierte Arbeitskräfte gesucht. Das Projekt entwickelt Qualifizierungsbausteine mit Bildungsrahmenplänen, die auf beiden Seiten des Rheins Anerkennung finden. Hierbei orientiert sich das Projekt an ECVET, dem Europäischen Leistungspunktesystem für die Berufsbildung.

Nähere Informationen zum Projekt Participation 4.0

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