Unser Pflegekonzept

Inhalt des Pflegekonzepts

Das Pflegekonzept orientiert sich am Leitbild der Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch e. V. und ist eine Orientierungshilfe für alle am Pflege- und Assistenzprozess beteiligte Mitarbeiter. Durch das Pflegekonzept wird die Pflegequalität für die Kunden und ihre Angehörigen transparent und nachprüfbar.

Die Rahmenbedingungen unserer Arbeit

Die Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch e. V. ist eine gemeinnützige, selbstlos tätige Organisation für Menschen mit Behinderungen.

Mit ihren Albert-Schweitzer-Werkstätten und Wohneinrichtungen (ASW+W gGmbH) für Menschen mit Behinderung sowie ihrer Integrationsfirma (iD gGmbH) und dem inklusiven ambulanten Pflegedienst (Pflege für ALLE) verfolgt sie nicht eigenwirtschaftliche, sondern ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabeordnung.

Die Gesellschaften der Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch e. V. sind Einrichtungen der beruflichen und gesellschaftlichen Rehabilitation. Sie bieten für ca. 400 Menschen mit Behinderung neben Arbeits- und Beschäftigungsangeboten in Werkstätten, Förder- und Betreuungsgruppen, Tagesbetreuung für Senioren, ambulanten Freizeit-, Entlastungs- und Pflegeangeboten auch ein differenziertes Angebot an stationären und ambulanten Wohnplätzen. Ihren Ursprung hat die Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch e.V. 1965 in einem Zusammenschluss von Eltern von Kindern mit einer geistigen und/oder mehrfachen Behinderung.

Ihre Ziele sind bis heute: Menschen mit Behinderung und ihren Familien Beratung, Unterstützung und Entlastung anzubieten sowie Arbeitsmöglichkeiten und ein dauerhaftes Zuhause für Menschen mit Behinderung zu schaffen - zusammengefasst: die Teilhabemöglichkeiten und Lebensbedingungen für behinderte Menschen zu verbessern.

Das Programm der Lebenshilfe heißt "für ALLE". Die darunter laufenden Inklusionsprojekte reichen von Arbeit für ALLE, Wohnen für ALLE, Pflege für ALLE, Kunst für ALLE... Schule für ALLE bis hin zu KiTa für ALLE. 

Zielgruppe

Die Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch e. V. wendet sich mit ihren Angeboten vor allem an Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen. Im Mittelpunkt unseres Handelns steht der Mensch mit Behinderung als Individuum. Wir verstehen uns als Vertreter für die Einhaltung der Grundrechte und der Menschenwürde von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft.

Ziele

Das Ziel unseres inklusiven ambulanten Pflegedienstes ist, die Pflege und Betreuung unserer Kunden sicherzustellen. Darüber hinaus verfolgen wir auch das Ziel, Menschen mit Behinderung zu ermöglichen, in gewachsenen familiären Strukturen oder in den eigenen vier Wänden zu wohnen und zu leben und dabei alle Formen der Assistenz aus einer Hand in Anspruch zu nehmen.

Mit unserem inklusiven Pflegedienst ermöglichen wir, dass Menschen mit Behinderung ihr Wunsch- und Wahlrecht bezogen auf Wohnen realisieren können. Unser Pflegedienst für ALLE kann selbstverständlich auch von Menschen ohne Behinderung wie beispielsweise den Angehörigen unserer Klienten oder auch externen Pflegebedürftigen in Anspruch genommen werden. 

Unsere Leistungen im Überblick

Die von unserem inklusiven ambulanten Pflegedienst angebotenen und erbrachten Leistungen orientieren sich an den Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen in ihren jeweiligen Lebenssituationen und den daraus folgenden individuellen Grund-, Behandlungspflege- und Assistenzbedarfen.

Die einzelnen Leistungen resultieren einerseits aus den vertraglichen Vereinbarungen mit den Kranken- und Pflegekassen sowie mit dem örtlichen Sozialhilfeträger und den Versicherten. Wir erbringen die Leistungen auf der Grundlage unserer Grundhaltung, wie sie in unserem Leitbild beschrieben ist.

Kernbereiche unserer Leistungen

  • Ambulante Krankenpflege und Kinderkrankenpflege im Rahmen der Krankenversicherung (SGB V)
  • Ambulante Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung (SGB XI)
  • Hauswirtschaftliche Versorgung im Rahmen der Pflegeversicherung und als Privatleistung
  • Pflegeberatungsgespräche nach § 37 (3) SGB XI
  • Individuelle Schulung und Anleitung des pflegenden Angehörigen durch eine Pflegefachkraft im häuslichen Bereich nach § 45 SGB XI
  • Zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45 (a +b) SGB XI
  • Alltagsbegleitung
  • Angehörigenberatung

Information, Beratung, Vermittlung und Schulung

Wir informieren, beraten und vermitteln den ersten Kontakt zu

  • Ergänzenden Serviceleistungen des täglichen Lebens, wie z. B. Essen auf Rädern, Betreuungsstellen, verschiedenen Selbsthilfegruppen
  • Ergänzenden notwendigen Therapien wie z. B. Physiotherapie, Ergotherapie
  • Notwendigen Betreuungseinrichtungen wie z. B. Kurzzeitpflege, stationäre Pflege

Das Angebot der Alltagsbegleitung bietet Hilfestellung und Übernahme bei Einkäufen und Besorgungen, Zubereitung der Mahlzeiten, Begleitung bei Spaziergängen und Freizeitaktivitäten, Begleitung zum Arzt, Blumenpflege, Hausmeisterdienste und vieles mehr.

Wir verstehen uns als Assistenten für ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung. Wir beraten unsere Kunden und deren Angehörige bei den notwendigen Alltagshilfen, bei der Gestaltung einer barrierefreien und an den Bedürfnissen eines Menschen mit Behinderung angepassten Wohnung. Wir beraten und unterstützen bei der Antragstellung für Leistungen der Pflegeversicherung und begleiten auf Wunsch die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst vor Ort. Wir beraten unsere Kunden über aktuelle Pflegehilfsmittel und vermitteln den Kontakt zu den örtlichen Sanitätshäusern.

Notfälle

Eine 24-Stunden-Erreichbarkeit an allen Tagen des Jahres ist durch eine Rufbereitschaft gegeben. Zur Rufbereitschaft werden ausschließlich Pflegefachkräfte eingeteilt. Dadurch ist gewährleistet, dass die Kunden und ihre Angehörigen stets einen fachlich kompetenten Ansprechpartner haben, der sie in kritischen Situationen und bei Notfällen unterstützt. 

Unsere Mitarbeiter

Bei der Auswahl unserer Mitarbeiter legen wir großen Wert auf Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz. Wir beschäftigen Pflegefachkräfte, die eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Behinderten-, Alten- bzw. Gesundheits- und Krankenpflege vorweisen können. Hinzu kommen Hilfskräfte, die bei der Grundpflege, Alltagsbegleitung und Betreuung unseren Fachkräften assistieren sowie Fachkräfte im Bereich haushaltsnahe Dienstleistungen, die unsere Klienten mit handwerklichen Tätigkeiten unterstützen. Es ist uns wichtig, dass unsere Mitarbeiter die Teilhabe und die Inklusion unserer Klienten fördern. Da wir von den Möglichkeiten und Chancen der Inklusion überzeugt sind, bieten wir in unserem Pflegedienst auch Arbeitsstellen für Menschen mit Behinderung an.

Fortbildung

Für die Fortbildung wird für alle Mitarbeiter ein Jahresprogramm erstellt. Die Inhalte richten sich nach den aktuellen pflegerischen und pädagogischen Problemstellungen und vorliegendem Verbesserungspotential. Für alle verpflichtend sind regelmäßige Schulungen im Bereich Erste Hilfe und Infektionsschutz. Alle Fort- und Weiterbildungen werden unterstützt, wenn sie der weiteren Entwicklung bzw. Erhaltung der Qualität des Unternehmens dienen.

Pflegemodell

Wir haben uns für die entbürokratisierte Pflegedokumentation der Strukturierten Informationssammlung (SIS) entschieden. Ausgangspunkt einer fachlich orientierten Einschätzung der Pflege- und Betreuungssituation ist die Perspektive der pflegebedürftigen Menschen. Die Einschätzung orientiert sich an relevanten Aktivitäten und Lebensbereichen, in denen oftmals bei bestehender Pflegebedürftigkeit ein Unterstützungsbedarf besteht. Die SIS beschränkt sich hierbei auf sechs pflegebezogene Themenfelder:

  1. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  2. Mobilität und Beweglichkeit
  3. Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen
  4. Selbstversorgung
  5. Leben in sozialen Beziehungen
  6. Haushaltsführung

Die vier Elemente des Strukturmodells sind:

  1. Die strukturierte Informationssammlung (SIS)
  2. Ein individueller Maßnahmenplan
  3. Ein Bericht (Fokus auf Abweichungen aus der Maßnahmenplanung)
  4. Evaluation nach den Vorgaben des hausinternen Qualitätsmanagements

Als Grundprinzip erfolgt die Konzentration auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Patienten und eine Stärkung der fachlichen Kompetenz aller an der Pflege beteiligten Pflegekräfte. Die Pflegefachkraft stellt die pflegerische Einschätzung übersichtlich dar. Der Pflegebericht wird nur noch auf die Abweichungen der regelmäßig wiederkehrenden Maßnahmen der Pflege und Betreuung beschränkt. Im Endeffekt bedeutet dies mehr Zeit für die direkte Pflege und Betreuung unserer Patienten/Innen. Es werden pflegerischer Hilfe- und Betreuungsbedarf sowie die vorhandenen Ressourcen aufgenommen. Die biografischen Angaben werden hinsichtlich ihrer Bedeutung für die individuelle Pflege und Betreuung den pflegerischen Themenfeldern zugeordnet. Die systematisch strukturierte Informationssammlung dient als Einstieg in den Pflegeprozess.

Pflegeprozess

Zu Beginn einer Pflege führen wir einen Erstbesuch in der häuslichen Umgebung des Kunden durch. Bei Bedarf kann dieser Erstbesuch auch im Krankenhaus, einer Rehabilitationseinrichtung oder einer stationären Einrichtung durchgeführt werden, damit nach Entlassung die Betreuung und Pflege sichergestellt ist. Den Erstbesuch übernimmt in der Regel die Pflegedienstleitung.

Bei diesem Erstbesuch wird der Betreuungs- und Pflegebedarf ermittelt. Die vereinbarten Leistungen werden in einem Pflegevertrag festgeschrieben, eine Dokumentationsmappe vorbereitet und der Kunde wird, falls noch nicht erfasst, im elektronischen Kundensystem angelegt.

Mit unserem breit angelegten Leistungsangebot möchten wir unseren Kunden ermöglichen, so lange in seiner gewohnten Umgebung zu sein oder in einer eigenen Wohnung zu leben, wie er möchte. Die Leistungen werden in der häuslichen Umgebung des Kunden erbracht. Sie orientieren sich an den Gewohnheiten, Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden, an der Finanzierbarkeit der Leistungen und der Überprüfung der Wirksamkeit unter Einhaltung der Betreuungs- und Pflegequalität nach aktuell gültigen Standards.

Wir beraten pflegende und betreuende Angehörige bei der Auswahl der Leistungen und leiten sie bei der Übernahme von Pflege vor Ort an und überprüfen die Qualität der gemeinsam erbrachten Pflege und Betreuung kontinuierlich. Es gibt keine Ausschlusskriterien bei der Kundenaufnahme. Wir betreuen und pflegen täglich im Zeitraum von 6:00 bis 22:00 Uhr. Die 24- Stunden-Erreichbarkeit wird durch eine Rufbereitschaft gewährleistet.

Pflegesystem

Als Pflegesystem streben wir die Bezugspflege an. Die Toureneinteilung erfolgt unter der Berücksichtigung der notwendigen Qualifikation, der Wünsche der Kunden und dem Gebot der Wirtschaftlichkeit. Wir bemühen uns, soweit möglich, dieselben Mitarbeiter für die jeweiligen Kunden einzusetzen. Diesem Bemühen sind jedoch durch Wochenend- und Feiertagsdienste sowie Urlaubs- und Krankheitszeiten Grenzen gesetzt und ein Personalwechsel unumgänglich. Jedem Kunden und seinen Angehörigen steht jedoch eine für ihn verantwortliche Pflegefachkraft für Fragen, Wünsche und Anregungen zur Verfügung. Diese ist auch für die Pflege-und Betreuungsplanung, die Überwachung der Dokumentation, Evaluierung der Pflegeplanung und die Sicherstellung der Informationsweitergabe verantwortlich.

Alle Mitarbeiter halten die mit den Kunden und ihren Angehörigen vereinbarten Zeitfenster ein, zeitliche Verschiebungen können jedoch durch Akutsituationen bei anderen Kunden sowie durch nicht vorhersehbare Situationen im Straßenverkehr auftreten.

Pflegestandards

Die Pflege- und Expertenstandards werden von allen Mitarbeitern im ambulanten Pflegedienst eingehalten. Diese stehen unseren Mitarbeitern elektronisch zur Verfügung. Änderungen und Weiterentwicklungen in Pädagogik und Pflege werden in unserem Fortbildungsplan berücksichtigt. Fachliteratur ist in unserer Bibliothek vorhanden und für alle Mitarbeiter zugänglich. Jeder Mitarbeiter ist für die Erhaltung seiner beruflichen Kompetenz selbst verantwortlich.

Pflegevisite

Die Pflegevisite dient als Instrument, die Qualität der Pflege und Betreuung sowie die Zufriedenheit der Kunden und deren Angehörige zu überprüfen. Sie wird jährlich von der Pflegedienstleitung oder der stellvertretenden Pflegedienstleitung durchgeführt. Dabei wird ein Protokoll als Nachweis erstellt und wenn nötig, werden Maßnahmen zur Verbesserung festgelegt und zeitnah umgesetzt.

Beschwerdemanagement

Wir sehen Beschwerden als Chance, uns zu verbessern. Die Zufriedenheit unserer Kunden, der Angehörigen und unserer Mitarbeiter ist die Grundlage unserer Arbeit. Deshalb nehmen wir Kritik, Anregungen und Ideen gerne entgegen und lassen sie in einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess einfließen.

Innerbetriebliche Kommunikation

Dienstpläne und Einsatzpläne bekommen alle Mitarbeiter schriftlich. Für allgemeine Informationen steht ein Dienstbuch zur Verfügung. Informationen, die die Kunden betreffen, werden in der entsprechenden Dokumentation notiert. In regelmäßigen Dienstbesprechungen, über die auch Protokoll geführt wird, werden aktuelle Probleme und organisatorische Belange besprochen und bearbeitet.

Qualitätsmanagement

Gesetzliche Vorgaben werden eingehalten und Maßnahmen aus den Prüfberichten des Medizinischen Dienstes werden umgesetzt. In unseren Einrichtungen werden folgende Instrumente zur Qualitätssicherung eingesetzt:

  • Pflegestandards
  • Besprechungen mit der Pflegedienstleitung und deren Vertretung
  • Regelmäßige Dienstbesprechungen für das Team des ambulanten Pflegedienstes
  • Internes Controlling
  • Pflegevisite bei den Kunden
  • Evaluation der Pflegeplanung
  • Jährliche Mitarbeitergespräche mit Zielvereinbarungen und Festlegung des Fortbildungsbedarfs
  • Fortbildungen
  • Jährliche Unterweisung in Arbeitssicherheit
  • Transparenz der Leistungserbringung und Abrechnung
  • Stellenbeschreibungen

Vernetzung und Kooperationen

Durch unsere Mitgliedschaft in der 'Arbeitsgemeinschaft Pflege und Versorgung Offenburg' sind wir mit vielen Pflegeeinrichtungen im Ortenaukreis im Austausch, dazu gehören u.a. Vinzentiushaus Offenburg, AWO Ortenau e.V., Ortenau Klinikum, Pflegedienst Küderle, DRK Offenburg und der Caritas Offenburg. In der AGBO (Arbeitsgemeinschaft der Behindertenhilfe im Ortenaukreis) sind wir vernetzt mit Einrichtungen der Behindertenhilfe im Ortenaukreis und engagieren uns für Menschen mit Behinderungen. AGBO-Mitglieder sind u.a. WDL Nordschwarzwald gGmbH, Diakonie Kork, Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen im Kinzig- und Elztal e.V., Leben mit Behinderung Ortenau e.V. Eine Kooperation besteht mit dem Pflegedienst Küderle und dem Vincentius-Verein Oppenau.


Kontakt

Leitung Ambulante Dienste | Pflegedienstleiter
Andreas Kögel
E-Mail

Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch e.V.
Pflege für ALLE

Im Seewinkel 3
77652 Offenburg
T +49 781 9225-87
F +49 781 97065383 

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